Dank des Heiligen Geistes verbunden

Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit. (Johannes 14,16)

Wie können wir mit jemanden im Kontakt bleiben, der nicht mehr erreichbar sein wird? Mit jemanden, der uns verlässt und an einen Ort geht, wo es keine Post, kein Telefon, kein Internet, keinen Satellitenempfang gibt und zu dem wir keinen Zugang erhalten? In unserer heutigen Zeit ist ein solches Szenario fast unvorstellbar, vielleicht noch, weil ein Mensch untertaucht – oder wir denken an unsere Toten, die wir auch nicht erreichen können. Weiterlesen

Ostern heißt: an das Wunder der Auferweckung glauben

Wenn ich mit meinen SchülerInnen darüber rede – große Augen: ist das wirklich wahr? Das glaub‘ ich nicht: Jesus ist tot – und dann steht er einfach wieder? Kann doch nicht sein! Wo ist der Beweis? Auferstehung ist hier auch ein wenig verwirrend. Allein schafft er das nicht: das ist nicht, wie aus dem Bett aufzustehen. Weiterlesen

Zeit der Sehnsucht

Heile mich, HERR, dann bin ich geheilt, hilf mir, dann ist mir geholfen! (Jeremia 17,14)

Magst du den Herbst? Die Zeit der Farbenfröhlichkeit, in der der Himmel oft in intensivstem Blau strahlt, in der die Blätter der Bäume zu leuchten beginnen – mit einem Wind, der überall noch einmal Leben hineinpustet – und einem Wald, der nicht aufhört zu duften – eine Zeit, in der alle Sinne angesprochen werden?

Oder ist es für dich vielleicht auch die Zeit, in der du schmerzhaft spürst, dass die Tage wieder kürzer werden, dass Dunkelheit und Kälte zunehmen? Und wächst dann vielleicht in dir zugleich die Sehnsucht nach etwas, das du nicht greifen kannst, oder sogar ganz konkret die Sehnsucht nach einer Zeit, die vergangen ist, vielleicht auch nach Personen, die nicht mehr da sind? Weiterlesen

Wunderbar!

Die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden. (Markus 7,37)

Was für eine schöne Geschichte. Da wird einer zu Jesus gebracht, der schwer krank ist und alle hoffen und gehen wohl auch davon aus, dass Jesus ihn heilen kann und es auch tun wird.

Und die Erwartungen erfüllen sich. Jesus wendet sich dem Kranken zu, nimmt sich richtig Zeit, berührt ihn, heilt mit seiner Spucke. Und so kann einer wieder hören und sprechen, kann einer wieder ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, ist nicht mehr isoliert, ist nicht mehr auf andere angewiesen, auf Menschen, die ihn ohne Worte verstehen. Er kann wieder selbst reden und hören. Wunderbar! Weiterlesen

Menschlichkeit teilen

…danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu ihm: Hefata, das heißt: Tu dich auf! Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden. (Markus 7,34+35)

Ob sie schon vorher von Jesus gehört hatten, ob sie schon auf ihn gewartet haben, oder ob es ein spontaner Entschluss war, ob sie schon einiges ausprobiert hatten, ob sie hier ihre letzte Hoffnung sahen, sozusagen alles auf eine Karte setzen wollten, oder einfach nicht mehr weiter wussten – wir wissen nicht, warum sie ihren Freund zu Jesus brachten. Er war taubstumm, gehörlos. Und von Jesus erbaten sie, dass er die Hand auflege. Weiterlesen

Gottes Lied bringt uns in Bewegung

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder … Singet, rühmet und lobet! (Psalm 98)

Man muss in diesen Tagen nur hinaussehen, um zu verstehen, was der Psalmist meint: der Frühling bringt Leben und Farbe in diese Welt. Das Erwachen rings um uns herum tut gut – zumal in unseren schwierigen Zeiten. Man hat das Gefühl, dass dieses Leben und diese Farben auf die Menschen übergehen und mehr als nur hier und da ein Lächeln in die Gesichter zaubert. Es liegt trotz aller Beschwernisse dieser Zeit zuweilen eine Leichtigkeit in der Luft. Und eines wird uns in alledem auch wieder bewusst: Es gibt sie tatsächlich, diese Sehnsucht danach, wieder gemeinsam zu singen. Weiterlesen

Nehmt die Hoffnung mit!

Wir haben gerade Weihnachten gefeiert. Hoffentlich hatten Sie ein paar schöne Tage, auch wenn sie sicherlich ganz anders waren als in den Jahren zuvor. Aber jetzt ist Weihnachten vorbei. Viele Menschen haben schon den Weihnachtsbaum nach draußen gestellt und die Dekoration weggepackt bis zum Ende dieses Jahres. Das neue Jahr 2021 hat angefangen. Heute ist jedoch noch einmal ein besonderer Tag: der Königstag. Normalerweise ziehen an diesem Tag die Sternsinger durch die Straßen und schreiben den Segen an die Türen. Weiterlesen

Gott sei Dank!

„Ich muss noch kurz die Welt retten“, klang es vor einigen Jahren regelmäßig aus dem Radio. An guten Vorsätzen kann es nicht genug geben in dieser Welt. Am Erntedanktag schon einmal gar nicht. Denn gerade heute denken und besinnen wir uns schließlich auf das, wofür wir dankbar sein können im Leben. Und als Zeichen tragen wir immer noch, wie schon seit ewigen Zeiten, Früchte des Feldes in die Kirchen. Auch wenn die Wenigsten von uns heute in irgendeiner Weise zum Wachsen und Ernten beigetragen haben. Weiterlesen

Über Dankbarkeit

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14)

In meiner Wahrnehmung geht die Dankbarkeit in den letzten Monaten unter. Doch als ich weiter darüber nachdachte, fand ich, dass nicht erst in der Krise, sondern auch schon zuvor die Dankbarkeit nicht den Stellenwert bekam, den sie verdiente.

Ich nehme mich selbst dabei nicht aus. Auch in meinem Alltag übergehe ich oft die vielen Momente und Dinge, für die ich dankbar sein könnte. Vieles Gute erscheint mir selbstverständlich. Und meine Beobachtungen legen mir nahe, dass es auch bei vielen anderen Menschen so ist. Weiterlesen

Von Angesicht zu Angesicht

Michelangelo Buonarotti (1475 – 1564) bringt in seinem Gebet im Alter und beim Sterben, das in unserem Evangelischen Gesangbuch steht, seine Hoffnung auf die Ewigkeit zum Ausdruck: „Hilf mir, geduldig zu sein. Zeig mir dein Antlitz, je mehr mir alles andere entschwindet. Lass mich den Atem der Ewigkeit verspüren, nun, da mir aufhört die Zeit“ (vgl. EG 978).

Michelangelo bittet nicht: Gott, Vater, zeig mir dein Antlitz. Er bittet auch nicht: Gott, Sohn, Jesus Christus, zeig mir dein Antlitz. Aus seinem künstlerischen Schaffen heraus könnte man auf beides schließen. Wir wissen es nicht. In der christlichen Kunst-geschichte ist die Darstellung Jesu Christi neben der Darstellung der Gottesmutter Maria von den Anfängen bis in die Gegenwart das Kardinalthema schlechthin. Weiterlesen